Deutch

Athener Gesundheitszentrum 
Iktinou 2 , Athina 105 52
e-mail : kifa.athina@gmail.com
Tel. 2103802037

ANOIXTH ALLHLEGGYA POLH, ASTIKH MH KERDOSKOPIKH ETAIREIA,

AFM: 996797437 DOY: A’ ATHINAS

ALPHA BANK

GR0901401050105002002025873

BIC: CRBAGRAA

Athens Social Polyclinic and Pharmacy

Das Athener Gesundheitszentrum bedient mit seinen psychiatrischen, sozialdienstlichen und zahnaerztlichen Sprechstunden jeden Arbeitstag kostenlos unversicherte griechische oder auslaendische Patienten. Ein Termin ist unter der Telefonnummer Tel. 2103802037 von 11:00 bis 14:00 von Dienstag bis Donnerstag.

“Charta“ der Sozialen Solidaritätskliniken – Grundsätze und
Gemeinsamkeiten

2013



1. Die Sozialen Solidaritätskliniken und -apotheken (SSKA) sind
unabhängige, selbstbestimmte, selbstorganisierte und selbstverwaltete
Kollektive von Menschen, die unversicherten, mittellosen und
arbeitslosen Patienten, Griechen und Migranten, medizinische und
pharmazeutische Grundversorgung freiwillig und absolut unentgeltlich
anbieten, ohne Diskriminierung, unabhängig von Religion,
Staatszugehörigkeit, sexueller Orientierung, Geschlecht und Alter. Durch
konkrete Initiativen, Aktionen und öffentliche Präsenz fordern sie
gleichzeitig den Zugang unversicherter Patienten zur unentgeltlichen
weiterführenden Versorgung in öffentlichen Krankenhäusern und die
effektive Aufhebung aller Zugangsbeschränkungen.

2. An den SSKA beteiligen sich gemeinsam und gleichberechtigt sowohl
arbeitslose und unversicherte als auch erwerbstätige und versicherte
Freiwillige, Ärzte, Zahnärzte, Psychologen, Sozialarbeiter und Apotheker
sowie Bürger, die die Arbeit der Kliniken unterstützen. Zusammen mit den
Bediensteten des Gesundheitssektors kämpfen wir für die Verteidigung der
öffentlichen Gesundheitseinrichtungen, die nach und nach geschlossen
werden. Der Impuls für unsere Arbeit ist die menschliche Not und nicht
die ehrenamtliche Tätigkeit als Selbstzweck. Die Grundüberzeugungen
aller Beteiligten sind der Glaube an die Solidarität als eine
Lebenseinstellung, die sozialen Zusammenhalt, Kooperation,
gleichberechtigte Beziehungen und gegenseitigen Respekt schafft, sowie
die Maxime, dass die Gesundheit eines der höchsten sozialen Güter ist.

3. Die SSKA sind Orte des Kampfes und des Widerstands mit originärem
Diskurs und eigenständiger Praxis, die dazu beitragen, das soziale Netz
neu zu strukturieren. Sie stellen offene Begegnungsräume dar, sie
streben die Mobilisierung so vieler Menschen wie möglich an, sie fördern
die gemeinsame Partizipation von Freiwilligen, Patienten und der
Gesellschaft, und sie operieren als offene, basisdemokratische
Kollektive auf der Grundlage der Gleichberechtigung aller Teilnehmer.
Alle Entscheidungen, die ihren Betrieb und ihre Ziele betreffen, werden
von der offenen Generalversammlung getroffen, an der alle
teilnahmeberechtigt sind.

4. Wir SSKA haben weder die Absicht noch die Illusion, den Staat
ersetzen zu können, der sich von seiner medizinischen Versorgungspflicht
für die Bürger zurückzieht. Wir bauen ein soziales Schutznetz auf, um
den Menschen beizustehen. Parallel dazu fordern wir durch einen
permanenten, täglichen, demokratischen, gesellschaftlichen und
politischen Kampf den Staat auf, die ihm obliegende Verantwortung zu
übernehmen. Weder leisten wir Wohltätigkeitsarbeit, noch wollen wir
unsere Mitbürger dazu erziehen, Mitleid zu empfinden oder um Almosen zu
bitten. Wir kämpfen gemeinsam um unser Recht auf öffentliche
medizinische Versorgung und fordern den freien Zugang zu medizinischer
und pharmazeutischer Behandlung für alle Menschen ohne jede Ausnahme.

5. Die SSKA stützen sich auf die Solidarität der Menschen, sind absolut
unabhängig und akzeptieren keine monetäre Unterstützung von jedwedem,
der direkt oder indirekt dem Abbau des öffentlichen Gesundheitssystems
das Wort redet. Sie akzeptieren Spenden und Schenkungen von Material,
das sie benötigen, werden aber für niemanden Werbung betreiben, welche
Spende oder Schenkung auch immer getätigt wurde, noch haben sie
Sponsoren. Sie erlauben weder die Einmischung von politischen Parteien,
noch die Instrumentalisierung ihrer Arbeit für persönliche Zwecke oder
zugunsten von irgendjemand.

6. Auf der Grundlage ihrer gemeinsamen Merkmale und Prinzipien treiben
die SSKA ihre griechenlandweite Vernetzung voran, um gemeinsame Aktionen
und Initiativen zu koordinieren, die der Forderung nach Gesundheit für
alle als ein Menschenrecht Nachdruck  verleihen. Sie mischen sich in die
Arbeit anderer SSKA nicht ein und respektieren gegenseitig ihre
jeweiligen Regeln. Sie fördern die gleichberechtigte Partizipation und
die Solidarität untereinander.

7. Die SSKA widersetzen sich jeder Form von Ausschluss, ob in
nationaler, ökonomischer oder rassischer Hinsicht und unterstützen,
fördern und partizipieren an Aktionen, die die Aufhebung solcher
Ausschlüsse vorantreiben. Wir nehmen teil an breiteren
selbstorganisierten Netzen der gesellschaftlichen Solidarität und zielen
auf die Zusammenarbeit aller entsprechenden Initiativen, die sich der
Bekämpfung der Armut, des Ausschlusses und der Marginalisierung von
sozial Schwachen verschreiben. Durch die Bereitstellung von
Rechtsberatung an Personen, die sie benötigen, leisten wir in
Zusammenarbeit mit anderen Solidaritätsinitiativen unseren Beitrag, wenn
gesellschaftliche Güter in Gefahr geraten.

8. Wir kooperieren mit Solidaritätsinitiativen für Speisung, sozialen
Lebensmittelläden, geldlosen Tauschbörsen, Vertriebskanälen, die im
direkten Kontakt zu den Produzenten stehen, und überhaupt mit jeder
selbstorganisierten Initiative zur Linderung der sozialen Not und zur
Bereitstellung von öffentlichen Gütern für alle.

9. Wir unterstützen Initiativen zur Schaffung neuer
Solidaritätsstrukturen und suchen den Erfahrungsaustausch untereinander.

10. Wir veranstalten oder nehmen teil an Workshops zu Themen der
gesellschaftlichen Solidarität und der humanitären Krise. Wir bauen
Informationsnetzwerke auf, beteiligen uns an Fachkongressen und geben
Informationsmaterial heraus.